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Der andere Gottesdienst
   
   
 

Der andere Gottesdienst

Rückblick auf den anderen Gottesdienst vom 08.05.2005

Das Thema des anderen Gottesdienstes lautete, passend zum 60. Jahrestag des Kriegsendes: „Über Angst und Leid hinaus“.

Schutt, Trümmer, Vermisste - das Ende einer schlimmen Zeit, der Anfang einer neuen Zeit?

Anfang und Ende gehören zu diesem Tag vor 60 Jahren, 8. Mai 1945, das Kriegsende. Wie nahe dieser Tag vielen noch ist, erleben wir in den vielen Berichten der letzten Wochen.
Erinnern gegen das Vergessen. Erinnern und nach vorne schauen – über Angst und Leid hinaus. Das sollte auch im Mittelpunkt des „anderen Gottesdienstes“ stehen. Sein Thema wurde uns gewissermaßen durch das Datum vorgegeben.

Den Gottesdienst eröffnete Pfrn. Sabine Eichler, anschließend trug Gabriele Reumschüssel Texte zum Kyrie vor. Dem folgte ein Text, als Gloria, gesprochen von Astrid Buchheim. Pfrn. Susanne Schmuck-Schätzel sprach ein Gebet und Karl-Hans Barth übernahm die Lesung (Jesaja 58, V.12). Dann erzählte Sigrun Widmann vier ergreifende Nachkriegsgeschichten, umrahmt von einfühlsamen Melodien, gespielt von Claudia Schmitt auf der Querflöte.

Danach wurden sieben „Stolpersteine“ mit verschiedenen Texten zu einem Kreuz zusammengefügt. Eine Erklärungshilfe mit Ansprache durch Pfrn. Schmuck-Schätzel verdeutlichte die Symbolik der „Stolpersteine“. Anschließend lud Pfrn. Eichler zu der nachfolgenden Ausstellungseröffnung, mit der gleichen Thematik, ein. Ein Segensgebet vorgetragen von S. Widmann und ein Orgelnachspiel von Kantor Hartmut Müller schlossen diesen meditativen und dem Thema angepassten Gottesdienst ab.

K.H. Barth

Rückblick auf den anderen Gottesdienst vom 12.12.2004

"Schrille Nacht - eilige Nacht"

Schrille Nacht, eilige Nacht - wer es noch nicht gemerkt hat, ist glücklich dran: Weihnachten hat heute nicht mehr viel mit Ruhe und Besinnlichkeit zu tun. Kann sich überhaupt noch jemand daran erinnern, wann es einmal ruhig war? In vergangenen Kindertagen vielleicht, als man sich noch nicht auf der ewigen Jagd nach Geschenken, Weihnachtskarten und Lebkuchen durch warm verpackte Menschenmassen wühlen musste.
Um besagtes Problem ging es auch im zweiten „anderen„ Gottesdienst, zu dem wieder Leute verschiedenen Alters zahlreich gekommen waren...

Schrille Nacht, eilige Nacht dieses bissig ironische Lied von Gerhard Schöne, Liedermacher in der DDR und im vereinten Deutschland, gab dem Gottesdienst sein Thema. Neben anderen, eher altertümlichen Liedern wie Er ist die rechte Freudensonn aus dem Gesangbuch, gab es noch ein weiteres Gerhard Schöne Lied: da singt ein Engel aus heutiger Zeit Vom Himmel hoch. Unbequem und biertrinkend versucht er in der heutigen Zeit verrohte Menschenherzen zu berühren und das „Märchen„ vom Gottessohn zu verkünden. Aber es ist kein Märchen, sondern pure Wahrheit, reinste Erlösung.

Aber sogar die Tiere fragen sich in der Weihnachtsfabel, ob die Menschen davon eigentlich etwas wissen. Denn die denken doch nur an Essen, Geschenke und Schnee. Schnee von gestern allerdings scheint oft die Hauptperson des Festes - Jesus wird als Dekoration neben Weihnachtsmann und Rudolph Rentier verbannt.

Weihnachten wieder ein bisschen ruhiger werden lassen, sich auf das Kind in der Krippe und seine Mission hier auf Erden besinnen. Gott danken für die Rettung durch seinen Sohn und feiern, richtig feiern, mit Spaß und Freude, ohne Stress und Hektik. Das ist das Anliegen des Gottesdienstes und von Kirchenvorstand und Pfarrer Joachim Schuh, die den Gottesdienst organisierten. Hoffentlich wird das den Menschen wieder bewusst. Viele wünschen es sich, wie die Gebetsanliegen, die von den Besuchern aufgeschrieben wurden, zeigten. Nur leider scheint es heute, zwischen blinkenden Weihnachtslichtern und fetten Nikoläusen gar nicht so einfach.

Vielleicht sollten wir in Zukunft die Geschenke schon im Sommer kaufen oder ganz darauf verzichten. Und statt die Nachbarn mit Weihnachtsessen und Gartenbeleuchtung übertrumpfen zu wollen, sollten wir sie spontan zum Lebkuchenfuttern einladen und mit ihnen gemeinsam feiern. Dabei könnten wir, dass die Weihnachtszeit uns verlorenen Menschen geschenkt ist und nicht all den Betreibern von Konsumtempeln und Discountern zur Gewinnvermehrung.

Anja Reumschüssel

Auswertung des anderen Gottesdienstes vom 12.12.2004

Die Umfrage zum anderen Gottesdienst am 12.12.04 mit dem Thema „Schrille Nacht – eilige Nacht“ war in sechs Bereiche aufgeteilt. Zum einen sollte die Gestaltung des Gottesdienstes mittels Notensystem bewertet werden. zum anderen sollte festgehalten werden, welche Impulse / Anstöße der Gottesdienst vermittelt hat. Des weitern wurde erfragt, wie oft die Befragten einen Gottesdienst besuchen, ob sie in Alzey leben, bzw. wie weit entfernt davon, welches Alter und Geschlecht sie haben.

Zur Gestaltung des Gottesdienstes wurden die Bereiche Begrüßung, Musik, Ansprache, Gebet, Atmosphäre und Gesamtgestaltung von den Besuchern bewertet.

Aus den 25 abgegebenen Fragebögen ergibt sich folgende Bewertung:
(Die genannten Werte sind Durchschnittsnoten)

Begrüßung: 1,80 (5x1, 11x2, 6x3)

Musik : 2,04 (7x1, 10x2, 4x3, 3x4)

Ansprache: 1,60 (10x1, 12x2, 2x3)

Gebet: 1,56 (8x1, 14x2, 1x3)

Atmosphäre: 1,72 (7x1, 15x2, 2x3)

Gesamtgestaltung: 1,60 (7x1, 15x2, 1x3)

Durch den Gottesdienst haben acht Besucher (in Bezug auf die abgegebenen Bewertungen) über Glauben nachgedacht und ebenfalls acht Menschen neues Interesse an Gottesdiensten bekommen. 15 Befragte haben neue Anstöße erhalten und zwei konnten neue Impulse aus dem Gottesdienst mitnehmen. Vermisst hat keiner der Befragten etwas.

Von den 25 Befragten besuchen 13 öfter einen Gottesdienst, neun seltener und drei Befragte besuchen nie einen Gottesdienst.

21 Besucher (in Bezug auf die abgegebenen Fragebögen) kamen aus Alzey, jeweils einer wohnt im Umkreis von 5 bzw. 10 km von Alzey entfernt und zwei Befragte wohnen mehr als 10 km von Alzey entfernt.

Das Durchschnittsalter der Befragten lag bei ca. 36 Jahren. Es waren 14 weibliche und 11 männliche Besucher unter den abgegebenen Bewertungen.

Die Kommentare der Befragten zum Gottesdienst waren durchweg positiv. Vermisst wurde der Abschlusssegen und neue Texte zu vertrauten Melodien wurden als zu schwierig empfunden.

Von den jüngeren Besuchern wurde die neue Form als „viel besser empfunden“ und es wurde angeregt, dass „der andere Gottesdienst immer so sein sollte“.

 

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